Joray & Wyss feiert seinen 80. Geburtstag und vergrössert sich

Hinter den Kulissen der prestigeträchtigen Uhrenmarken betätigen sich die mehr als 140 Mitarbeiter von Joray & Wyss und Pivodel als «historische Rädermacher», die bis zu 40 Millionen Teile im Jahr herstellen!

Sie tragen zur Aura des Swiss made bei, sie sorgen dafür, dass es in der Branche «rund läuft»! Joray & Wyss und Pivodel bleiben ihrer legendären Diskretion treu und beliefern den Grossteil der Schweizer Uhrenindustrie der Spitzenklasse. Bereits 1948, sieben Jahre nach seiner Gründung 1941, schrieb das Journal Suisse d’Horlogerie JSH über dieses besondere Savoir-faire: «Eine solche Herstellung ist besonders schwierig, vor allem wegen der winzigen Abmessungen des Rades und der Ritzel.» Zu dieser Zeit, inmitten einer Weltwirtschaftskrise, gründen Willy Wyss und sein Schwager Ariste Joray ihre gleichnamige Firma in Malleray.

Herstellungsgeheimnisse, 250 Gesenke und 1000 Bohrungen
Obwohl diese Perle der Uhrenindustrie, deren DNA in der Herstellung und Bearbeitung von Ritzel und Rad wurzelt, in den Medien so gut wie keine Spur hinterlassen hat, pflegt man weiterhin einige hauseigene Geheimnisse, die ihre Produktion zum Inbegriff einer Präzision machen, die Wiederholbarkeit, Beständigkeit und Zuverlässigkeit ermöglicht. Während im Bereich der Rad- und Ritzelherstellung die allgemein anerkannten Toleranzen für die Rundlaufgenauigkeit bei 0,015 bis 0,020 mm liegen, erreicht Joray-Wyss bei der Bohrung des Mittellochs, dem letzten Arbeitsgang der Herstellung eines Rades, Werte von unter 0,010 mm. Und das auch bei grossen Serien.

«Wir bohren das Loch im Rad am Schluss. Man schneidet nicht an einer Welle», erläutert Guy Sandoz, Direktor von Joray & Wyss. «Dank dieses Verfahrens bieten wir unseren Kunden einen sehr, sehr präzisen Rundlauf. Zum anderen geht das bei uns über die Werkzeuge und unsere Fähigkeit, präzise Einstellungen vorzunehmen. Wir verfügen über eine ‹Bibliothek› von 250 Gesenken mit mehr als tausend austauschbaren Bohrungen.»


Natürlich hat man diese Basisproduktion um vollständige Drehteile und Mechanismen ergänzt. «Zwei Komponenten zusammensetzen zu können ist ein Vorteil, wenn es darum geht, ein Drehteil aus mehr als 8-10 Bauteilen zu fertigen. Wir können auf die 11 Berufe und technischen Kompetenzen zählen, die wir im Unternehmen beherrschen, zu denen noch die Werkzeuge kommen, die wir dank unserer mechanischen Pivodel-Werkstatt fertigen», ergänzt der Direktor, der auch die Logistik und das absolute Vertrauen betont, die der unbestreitbare Garant des Erfolgs bleiben.

2025 steht die Verdoppelung einer bereits grosszügigen Fläche an

Seit 2014 ist das Unternehmen in Delémont auf 3’000 Quadratmetern ansässig und steht kurz davor, seine Fläche fast zu verdoppeln. Unter der Leitung des passionierten Präsidenten des Verwaltungsrats, Patrick Brandelet, umgeben von seinen beiden Direktoren, Guy Sandoz für Joray & Wyss und Christophe Bron für Pivodel, dürfte das Unternehmen seine 2019 erfolgte Vergrösserung dergestalt ergänzen, dass die Existenz der Produktionsanlagen und des Maschinenparks, die sowohl aus historischen Stücken wie auch Einheiten der jüngsten Generation bestehen, langfristig gesichert ist. Die Einweihung ist für 2025 geplant, die Baustelle bereits sichtbar.

Ein Unternehmen, das ausbildet

Zu jedem Zeitpunkt findet man mehrere Lehrlinge im Betrieb, insbesondere Polymechaniker und Produktionsmechaniker. Joray & Wyss trägt dazu bei, die 11 intern erfassten und beherrschten Techniken weiterzuführen: Ausstanzen, Formdrehen, Schneiden der Ritzel, Schneiden von Rädern, Walzen von Ritzeln, Schleifen von Löchern, Wärmebehandlungen und strukturelle Härtung, Oberflächenbehandlungen (Polieren, Blockieren, Bürsten, Sandstrahlen), hochwertige Endbearbeitung (Strichätzung, Umreifung, Kehlen, Anglieren) und schliesslich Montage. Und man organisiert die Vermittlung von Wissen, wie an diesem Besuchstag für die Lehrer der umliegenden Gymnasien: «Dieser Tag ermöglicht es den Lehrkräften der Pflichtschule, sich besser mit der Berufsausbildung vertraut zu machen, denn oft stellt man ihnen im Unterricht Fragen über die Lehre und ihre Perspektiven», betont Martial Courtet, der für die Ausbildung zuständige Minister des Kantons Jura.

www.joray-wyss.ch

Joël A. Grandjean

Teile diesen Artikel
Group
Combined Shape
Combined Shape